Light Electric Mobility steht für kleine, elektrisch betriebene Fahrzeuge, die meist für kurze Strecken genutzt werden. Dazu zählen elektrische Zweiräder wie Scooter und Motorräder, Dreiräder wie E-Rikschas und Lastenräder sowie kompakte Vierräder wie Microcars und Quadricycles.
Sie alle fahren mit Niedervolt-Systemen (z. B. 48V oder 60V) – das macht sie erschwinglich, effizient und leichter zu warten als ihre Hochvolt-Pendants. Ob für die letzte Meile oder im dichten Stadtverkehr: LEM-Fahrzeuge verändern die urbane Mobilität.
Durch LEM lässt sich Stadtverkehr schnell und einfach elektrifizieren. Die Fahrzeuge sind günstig in der Herstellung, einfach zu laden und ideal für kurze Strecken, Lieferdienste und Sharing-Angebote.
Besonders in Schwellenländern bieten sie eine saubere Alternative zu benzinbetriebenen Motorrädern oder Tuk-Tuks – ohne die hohen Kosten oder Infrastruktur-Anforderungen von klassischen Elektroautos.
LEM vereint also Nachhaltigkeit mit Alltagstauglichkeit.
Hochvolt-Elektrofahrzeuge wie Autos und Busse benötigen komplexere Antriebe für mehr Leistung und Reichweite. Mit einer Spannung von bis zu 800V benötigen sie spezielle Sicherheitssysteme, was sie teurer und wartungsintensiver macht.
LEM-Fahrzeuge hingegen fahren mit sicheren Niedervolt-Systemen (60V oder weniger). Dadurch benötigen und deutlich günstiger – ideal für urbane Räume und Märkte, in denen Kosten und schnelle Skalierung zählen.
Auch beim Laden gibt es Unterschiede: Hochvolt-EVs brauchen ein ausgebautes öffentliches Ladenetz, während LEM-Fahrzeuge auch einfach und schnell an jeder Steckdose geladen werden können – ein großer Vorteil in Regionen mit wenig Ladeinfrastruktur.
Das Ökosystem bei leichten Elektrofahrzeugen ist extrem flexibel - und stark abhängig von Verkehrsaufkommen, Klima, und Gesetzgebung in der jeweiligen Region. Hier die Hauptkategorien:
Elektrische Zweiräder
E-Scooter und E-Motorräder sind die häufigsten LEM-Fahrzeuge – beliebt für kurze Strecken, Lieferdienste und in Asien sogar als ‚Taxi‘. Sie sind leicht, wendig und kostengünstig – ideal für den Stadtverkehr.
- Reichweite: 50 – 100 km
- Höchstgeschwindigkeit: 25 – 80 km/h
- Märkte: Besonders stark in Indien und China, wachsend in europäischen Städten mit Sharing-Angeboten
Microcars & Quadricycles
Diese kleine Vierräder für den Stadtverkehr sind eine umweltfreundliche Alternative zu klassischen Autos und deutlich günstiger in der Herstellung als Hochvolt-Fahrzeuge – praktisch und platzsparend.
- Reichweite: 80 – 150 km
- Höchstgeschwindigkeit: 45 – 90 km/h
- Märkte: Beliebt in China, Indien und allmählich auch in Europa in verschiedenen Varianten
Elektrische Dreiräder
E-Rikschas oder Tuk-Tuks sind in vielen Ländern unverzichtbar für den Personen- und Gütertransport. Sie sind effizient, können mehrere Passagiere befördern und spielen eine wichtige Rolle bei der sogenannten ‚letzten Meile‘, besonders in dicht besiedelten Städten.
- Reichweite: 60 – 120 km
- Höchstgeschwindigkeit: 25 – 50 km/h
- Märkte: Dominant in Indien, wachsend in Südostasien und Afrika
Leichte Nutzfahrzeuge
Elektrische Lastendreiräder und kompakte Lieferwagen sind für urbane Logistik konzipiert. Sie erfüllen die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Lieferlösungen, reduzieren Staus und Emissionen in Städten und transportieren Pakete und Waren.
- Reichweite: 60 – 150 km
- Höchstgeschwindigkeit: 30 – 60 km/h
- Märkte: Etablierte Flotten in Indien und Lateinamerika, Pilotprojekte in Europa
Der globale LEM-Markt wächst rasant: 2024 wurden rund 42 Millionen Fahrzeuge verkauft – bis 2030 soll der jährlichen Absatz sogar auf über 63 Millionen Einheiten steigen.
Durch zunehmend bessere Infrastruktur und Akzeptanz wächst LEM so zu einem zentralen Baustein globaler Mobilität.
Am meisten verbreitet sind heute elektrische Zweiräder, getrieben von dem Wunsch nach nachhaltiger urbaner Mobilität und auch von steigenden Kraftstoffpreisen.
- China ist der weltweit größte Markt für leichte Elektrofahrzeuge – mit einer Flotte von über 200 Millionen elektrischen Zweirädern und jährlichen Verkaufszahlen, die alle anderen Länder übertreffen. E-Scooter und elektrische Lieferfahrzeuge prägen das Straßenbild. Das Wachstum erreicht zunehmen auch ländliche Regionen und die Logistiksparte. Die Branche profitiert dabei von günstigen politischen Rahmenbedingungen, starken lokalen Lieferketten und ausgebauten Lade- und Batteriewechsel-Netzen.
- Indien ist ein noch kleiner, aber der am schnellsten wachsender LEM-Markt: Die Verkäufe stiegen von etwa 400.000 Einheiten 2018 auf rund 2,5 Millionen 2024. 2030 sollen schon über 6 Millionen Fahrzeuge verkauft werden erwartet – und LEM damit zum Fundament der indischen Elektrifizierung. Am populärsten sind Zwei- und Dreiräder, vor allem wegen politischen Initiativen wie FAME II, steigenden Kraftstoffpreise und zur Vermeidung der Luftverschmutzung in Städten.
- Europa hat zwar geringere Stückzahlen, der Markt nimmt aber Tempo auf – getrieben durch urbane Logistik, Sharing-Angebote und erste Verbote von Verbrennern in Innenstädten. 2023 wurden über 1 Million neue elektrische Zweiräder und Mopeds zugelassen, mit Frankreich, den Niederlanden und Deutschland als Vorreitern. Besonders sichtbar ist das Wachstum bei Lieferdiensten und Mietangeboten.
- USA: Der Markt ist noch klein, gewinnt aber bei urbaner Logistik und gewerblichen Flotten an Bedeutung. Auch Sharing-Angebote und das Interesse an nachhaltiger Mobilität nehmen zu, werden aber auch von regulatorischen Hürden und mangelnder Infrastruktur ausgebremst.
- Schwellenländern: Von Kenia bis Indonesien gewinnt LEM als günstige Alternative an Fahrt. Allein in Südostasien wird für elektrische Zweiräder ein jährliches Wachstum von über 20 % bis 2030 erwartet. Lokale Montage, Ride-Hailing-Elektrifizierung und Batteriewechsel-Modelle (besonders in Indonesien und Ruanda) beschleunigen die Verbreitung. In Afrika sind die absoluten Zahlen noch niedrig, aber hohe Kraftstoffpreise und neue Geschäftsmodelle wie Lieferdienste treiben den Wandel.
Ein Fahrzeug mit E-Antrieb hat über die Lebensdauer des Fahrzeugs um bis zu 85 % die CO₂-Emissionen.
Das spart beispielweise 2 bis 3 Tonnen CO₂ pro elektrifizierter Rikscha in Indien – trotz des hohen Kohleanteils in der Stromproduktion dort. Und gleichzeitig werden die Städte lebenswerter durch weniger Luftverschmutzung und Lärmbelastung.
Insgesamt spart die globale Flotte von über 40 Millionen LEM-Fahrzeugen im Jahr um die 100 Millionen Tonnen CO₂ ein – das entspricht in etwa den gesamten jährlichen Emissionen des Verkehrssektors in Ländern wie Frankreich, Italien oder Großbritannien.
Leichte Elektrofahrzeuge benötigen keine komplexe Ladeinfrastruktur. Die meisten Zwei- und Dreiräder können einfach an einer normalen Haushaltssteckdose geladen werden – besonders, wenn sie mit herausnehmbaren Akkus ausgestattet sind. Das ist ein großer Vorteil in Regionen, in denen öffentliche Ladestationen für Elektroautos noch selten sind.
Die Ladezeit hängt von der Größe des Akkus und dem verwendeten Ladegerät ab. Für die meisten LEM-Fahrzeuge dauert eine vollständige Ladung an der Steckdose etwa 3 bis 6 Stunden. Kleinere E-Scooter mit etwa 1 kWh Batteriekapazität sind oft noch schneller geladen. Bei Fahrzeugen mit Wechselakkus dauert der Tausch meist weniger als 2 Minuten – ideal für den gewerblichen Einsatz.
LEM-Fahrzeuge sind in der Anschaffung oft teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, aber die laufenden Kosten und meist auch die Gesamtkosten über die ganze Nutzungsdauer sind deutlich niedriger.
Zum Beispiel kostet der Betrieb und die Wartung eines E-Rikschas in Indien für 10.000 Kilometer pro Jahr meist weniger als 400 Euro – inklusive Strom und Wartung. Ein konventionelles Modell liegt bei rund 800 Euro, vor allem wegen Kraftstoff und höherem Servicebedarf.
Die Differenz beim Kaufpreis von 400-700 Euro ist so schnell mehr als kompensiert.
Das hängt von Markt und Anwendungsfall ab. Gerade in Schwellenländern laufen E-Rikschas noch oft mit Blei-Säure-Batterien – sie sind günstig, halten aber meist nur 1–2 Jahre oder 300–500 Ladezyklen.
Daher werden zunehmend Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt, besonders bei hochwertigen Zweirädern und neuen E-Rikschas. Sie halten meist 3–5 Jahre oder 500–1.000 Ladezyklen, bei mehr Energie, weniger Gewicht und weniger Wartung.
Manche Systeme unterstützen Batteriewechsel oder modulare Upgrades. Intelligente Batteriemanagementsysteme (BMS) sind dabei entscheidend für Lebensdauer, Sicherheit und Effizienz.
Wie sicher sind LEM
Die größten Risiken im Straßenverkehr betreffen alle Fahrzeuge – egal ob elektrisch oder mit Verbrennungsmotor. Denn die Hauptursachen für Unfälle sind Verkehrslage, Sichtverhältnisse und Fahrverhalten.
Für die Sicherheit entscheidend sind daher Typ und Größe des Fahrzeugs, nicht das Antriebssystem. Scooter, E-Rikschas und andere LEM-Fahrzeuge fahren naturgemäß langsamer, was mögliche Unfallfolgen reduziert.
Die Niedervolt-Technik macht sie zudem sicherer in der Handhabung und Wartung als Verbrenner oder Hochvolt-Fahrzeuge. Andererseits bieten sie bei Kollisionen wenig Schutz durch die geringe Knautschzone.
Viele Modelle setzen inzwischen auf ABS, verstärkte Rahmen und Standardbeleuchtung. Dennoch sind die Sicherheitsstandards regional sehr unterschiedlich.
Viele Regierungen fördern LEM gezielt:
In Indien fördern Programme wie FAME II und regionale Subventionen den Einsatz von E-Rikschas und E-Scootern. Zusätzlich gibt es Steuervergünstigungen für Flottenbetreiber. In China sind Verbrenner-Zweiräder in vielen Städten verboten, und die Produktion von LEM-Fahrzeugen wird aktiv unterstützt. In Europa erleichtern Förderprogramme und steuerliche Vorteile den Umstieg auf elektrische Flotten.
Diese politischen Maßnahmen, zusammen mit steigenden Kraftstoffpreisen, machen LEM für den öffentlichen und privaten Verkehr immer attraktiver – und etablieren klarere Standards für Technik und Sicherheit.
LEM-Fahrzeuge bieten viele Vorteile, besonders für den Alltag in Städten und/oder Schwellenländern:
- Niedrige Betriebskosten: Strom ist deutlich günstiger als Benzin oder Diesel – gefahrene Kilometer kosten oft nur ein Zehntel im Vergleich zu Verbrennern.
- Einfache Ladung: Sie können an jeder Steckdose geladen werden – kein Bedarf an speziellen Ladestationen oder Tankstellen.
- Vereinfachte Zulassung: Viele LEM-Fahrzeuge benötigen je nach Leistung und Geschwindigkeit keinen speziellen Führerschein oder Zulassung.
- Stau umgehen: Besonders E-Scooter und E-Rikschas sind wendig und sparen Zeit im Stadtverkehr.
- Umweltfreundlich: Weniger Emissionen und Luftverschmutzung.
Diese Kombination macht LEM zu einer praktischen, günstigen und effizienten Alternative – besonders in Regionen mit viel Verkehr und wenig Lade-Infrastruktur.
Wer im LEM-Segment bestehen will, braucht vor allem eines: die Fähigkeit, sich schnell und flexibel auf neue Anforderungen einzustellen. Entscheidend sind dabei:
- Intelligente Integration von Niedervolt-Antrieben, die Sicherheit und Effizienz gewährleisten.
- Leichtbau und kostengünstige Konstruktion, damit Fahrzeuge robust und trotzdem erschwinglich bleiben.
- Hohe Energieeffizienz für mehr Reichweite und geringere Betriebskosten.
- Zuverlässige Batteriesysteme mit guter thermischer Sicherheit und langer Lebensdauer.
- Schnelles Umsetzen neuer technischer und regulatorischer Anforderungen – von Sicherheitsstandards bis zu Umweltauflagen.
- Anpassungsfähigkeit an regionale Anforderungen, von Klima und Straßenverhältnissen bis zu Nutzerverhalten.
- Differenzierung im Wettbewerb, z. B. durch smarte Features, Nachhaltigkeit und individuelle Ausstattungsoptionen.
Hersteller brauchen zudem starke Lieferketten, schnelle Entwicklungszyklen und Partner, die Automotive-Qualität und Kosteneffizienz liefern können.
Hersteller müssen schnell agieren – und Zulieferer sind dabei der Motor für Qualität, Skalierbarkeit und Geschwindigkeit, um den wachsenden LEM-Markt zu bedienen. Gefragt sind:
- Integrierte Niedervolt-Antriebe, speziell entwickelt für Zwei- und Dreiräder
- Modulare Motorplattformen, die schnelle Anpassungen an neue Fahrzeugvarianten ermöglichen
- Batterielösungen mit integriertem Batteriemanagementsystem (BMS) für zuverlässige Performance
- Onboard-Ladegeräte und Steuergeräte, welche die Montage vereinfachen
- Unterstützung bei regionaler Homologation und schneller Individualisierung für lokale Märkte
Für schnelles Wachstum braucht es modulare und skalierbare Systemlösungen - bestehend aus Motor, Steuergeräten und Batterie. Das vereinfacht die Produktion und ermöglicht schnelle Markt Anpassungen an verschiedene Fahrzeugtypen und Märkte. Die Batterietechnik entwickelt sich weiter mit leichteren, wechselbaren Akkus und intelligentem Management.
Gleichzeitig steigt die Konnektivität – GPS, Telematik und Flottenmanagement machen LEM-Fahrzeuge einfacher zu steuern und zu skalieren.
SEG Automotive nutzt jahrzehntelange Erfahrung mit kompakten, energieeffizienten Motoren, um die dynamische Welt der Light Electric Mobility aktiv mitzugestalten. Unsere skalierbaren Niedervolt-Antriebe stehen für Leistung, Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit – ideal für E-Scooter, elektrische Rikschas, Microcars und mehr.
In einem Markt, in dem Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit entscheidend sind, sind wir ein verlässlicher Partner, der OEMs hilft, neue Fahrzeugkonzepte schnell auf die Straße zu bringen – ohne Kompromisse bei der Qualität.
Wir haben nicht nur eine klare Vision für nachhaltige Mobilität, sondern auch ein globales Team und Produktionsnetzwerk. So treiben wir Innovationen für emissionsfreie Mobilität voran – im LEM-Bereich und darüber hinaus. #WeAreTheMotor