Start/Stopp-Technologie: besser als ihr Ruf.
Start/Stopp-Starter sparen bis zu 8 Prozent Kraftstoff unter Real World-Bedingungen, 48V Startergeneratoren sogar bis zu 15 Prozent – und entsprechend viel CO2. Dennoch halten sich Vorurteile gegenüber der Technologie. Wir erklären das Funktionsprinzip und räumen mit den hartnäckigsten Mythen auf.
Start/Stopp-Starter sparen bis zum 8 Prozent Kraftstoff und CO2 unter Real World-Bedingungen – besonders im Stadtbetrieb.
Wie arbeitet das Start/Stopp-System eines Fahrzeugs?
Seit SEG Automotive Start/Stopp 2007 in Serie brachte, ist dessen Mechanismus nahezu unverändert: Bei Fahrzeugstillstand bzw. bereits, wenn die Restgeschwindigkeit unter einen definierten Wert fällt (je nach Hersteller meist zwischen 4 und 8 km/h) schaltet der Motor ab.
Beim Schaltgetriebe muss dazu der Wahlhebel auf Leerlauf stehen oder die Kupplung betätigt und das Bremspedal gedrückt werden. Der Neustart erfolgt, wenn entweder das Bremspedal entlastet oder z.T. zusätzlich das Kupplungspedal getreten wird. Beim Automatikgetriebe genügt das entsprechende Verzögern zum Abschalten und die Entlastung der Bremse oder das Gas geben zum Neustart. Manche Fahrzeugmodelle erkennen heute über ihren Abstandsassistenten, wenn sich das vordere Fahrzeug in Bewegung setzt, und starten den Motor selbsttätig. Alle elektrischen Systeme arbeiten in den Stopp-Phasen weiter – anders als beim abgeschalteten Motor.
Für Situationen wie Stop-and-Go auf der Autobahn gibt es zum Beispiel in Deutschland eine Taste, die das Start/Stopp-System abschaltet (häufig "Auto off" bezeichnet). In anderen Märkten kann das anders sein, so z.B. in den USA, wo eine Abschaltung – auch temporär – nicht erlaubt und auch nicht möglich ist.
Gängige Start/Stopp-Mythen – und ihr Wahrheitsgehalt.
„Start/Stopp verschleißt den Anlasser.“
Fakt: Moderne Fahrzeuge mit Start/Stopp verfügen über spezielle Anlasser mit stark erhöhter Zyklenfestigkeit, die bis zu fünfmal höher ist als bei traditionellen Anlassern. Weiterhin gibt es heute auch kombinierte Startergenerator-Systeme (wie z.B. die
48V Boost-Recuperation Machine von SEG Automotive), die die höhere Belastbarkeit u.a. mit einem besonders sanftem Start verbinden. Beide Systeme halten die zusätzlichen Startvorgänge problemlos aus.
„Die ständigen Start/Stopp-Zyklen schaden der Batterie.“
Fakt: Fahrzeuge mit Start/Stopp nutzen
EFB- oder AGM-Batterien, die speziell für häufige Lade-/Entladezyklen entwickelt wurden und damit perfekt für den Einsatz geeignet sind.
„Start/Stopp ist schlecht für den Motor, da der Öldruck jeweils abfällt.“
Fakt: Moderne Motoren sind so konstruiert, dass Öldruck und Schmierung für Start/Stopp-Betrieb ausreichend schnell aufgebaut werden. Das Start/Stopp-System wird nur aktiviert, wenn Motor und Öltemperatur geeignet sind. Der Motor ist in diesem Moment warm und gut geschmiert – es entsteht kein schädlicher Verschleiß.
„Das System funktioniert oft nicht – also ist es unzuverlässig oder kaputt.“
Fakt: Start/Stopp ist an viele Sicherheits- und Systembedingungen gekoppelt. Je nach Auto-Modell und Fahrzeug-Hersteller gibt es diverse Faktoren, die die Start/Stopp-Aktivierung verhindern können, wie z.B.:
- Die Batterie erreicht die nötige Mindestspannung nicht.
- Kälte: Frostige Temperaturen stressen die Batterie im Winter, weshalb die Start/Stopp-Automatik bei extremer Kälte die Arbeit einstellt. Die untere Temperaturgrenze variiert dabei von Hersteller zu Hersteller, meist liegt sie im Bereich von plus drei bis minus fünf Grad.
- Eine intensive Heizungsnutzung (auch Scheiben- und Sitzheizung) kann ebenfalls für die zumindest zeitweise Abschaltung verantwortlich sein.
- Hitze: Bei hoher, energieaufwändiger Klimaanlagennutzung
- Motor ist noch nicht auf Betriebstemperatur.
- Fahrzeug steht an einer Steigung oder einem Gefälle.
- Hinweise auf Park- statt Haltesituation: Fahrer-Gurt gelöst, Türen oder Motorhaube geöffnet, Lenkrad stark eingeschlagen
- Einpark-Assistent aktiviert
- Anhängerbetrieb
- Bei Dieselfahrzeugen: Regeneration Diesel-Partikelfilter (DPF) aktiv. Wenn der Filter mit Partikeln zugesetzt ist, benötigt er zum Freibrennen den Motor in Dauerleistung ohne Unterbrechung. Anschließend funktioniert Start/Stopp wieder. Kommt häufig als „Fehler“ in die Werkstatt, ist aber Teil des Systemschutzes.
Leerlauf erzeugt
- Wärme
- unnötige Verbrennung
- Kohlendioxid
„Start/Stopp ist schädlich bei Kurzstreckenfahrten.“Fakt: Bei sehr kurzen Strecken deaktiviert sich Start/Stopp automatisch, da
- Motor noch nicht warm
- Batterie nicht ausreichend geladen
- Öl nicht auf Temperatur
„Im Moment des Starts werden besonders viele Abgase erzeugt. Das überkompensiert die Wirkung von Start/Stopp.“Fakt: Der Kaltstart ist am abgasintensivsten. Da Katalysator und Motor noch kalt sind, entstehen stark erhöhte Emissionen. Ein Start/Stopp‑Start erfolgt erst im betriebswarmen Zustand, wo gegenüber dem Leerlauf Abgase deutlich reduziert werden. Die Start/Stopp-Abgasbilanz bleibt klar positiv.
„Das System ist unkomfortabel und bringt kaum etwas.“Fakt: Moderne Start/Stopp-Systeme und insbesondere 48V Startergeneratoren starten kaum merklich und quasi verzögerungsfrei. Dabei sparen Start/Stopp-Starter unter Real World-Bedingungen bis zu 8% Kraftstoff und 48V Startergeneratoren wie die BRM von SEG Automotive sogar bis zu 15% – was auch die CO₂-Emissionen entsprechend reduziert. Aber auch wenn der Wert je nach gefahrener Strecke auch geringer sein kann, spart jede Minute ohne Leerlauf Geld – und nützt der Umwelt.
Der ADAC warnt vor dauerhafter Deaktivierung.
Im Markt finden sich Hardware-Dongles für die Diagnosebuchse oder Apps, die Start/Stopp dauerhaft abschalten. Doch Vorsicht: Permanentes Deaktivieren kann zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen, da es das Abgasverhalten verschlechtert. Das gilt als unzulässige technische Veränderung und kann zu Beanstandungen bei der nächsten HU führen, so der ADAC.
Was tun bei Fehlfunktionen im Normalbetrieb?
Da die Start/Stopp-Funktion stark von der Elektronik abhängig ist, sollten Fehlfunktionen in einer entsprechend ausgerüsteten Werkstatt überprüft werden. Diese wird in der Regel folgende Tests durchführen:
Da die Start/Stopp-Funktion stark von der Elektronik abhängig ist, sollten Fehlfunktionen in einer entsprechend ausgerüsteten Werkstatt überprüft werden. Diese wird in der Regel folgende Tests durchführen:
Batterietest (Kapazität, Innenwiderstand, Ruhespannung). Ist die Starterbatterie nicht bloß entladen, sondern defekt, darf sie nur gegen eine vom Hersteller frei gegebene getauscht werden. Der Grund: Der Batteriesensor muss die Daten der verwendeten Starterbatterie kennen, um deren Ladungszustand auch bei zunehmender Alterung richtig bestimmen zu können.
Ladespannung/Generatorprüfung ob dessen Leistung noch ausreicht
Sensorwerte auslesen:
- Bremsdrucksensor
- Kupplungssensor
- Temperaturfühler
Softwarestände prüfen & ggf. aktualisieren
Komponenten prüfen:
- Relais
- Massepunkte
- Starterleitungen
- Riemen (bei Startergeneratoren)
Fazit.
Start/Stopp bringt klare ökologische und wirtschaftliche Vorteile, während moderne Komponenten den erhöhten Belastungen gewachsen sind. Nachteile entstehen nur durch unzulässige Manipulation – nicht durch die Technik selbst.
Aftermarket Marketing Contact
SEG Automotive
Ullrich E. Schaab
[Öffnet in einem neuen Tab]
ullrich.schaab@seg-automotive.com